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Aconcagua - Expedition
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Bei meiner Besteigung des Kilimanjaro lernte ich zwei Norweger kennen, deren Ziel es war, die “Seven Summits”, die höchsten Berge der einzelnen Kontinente zu besteigen. Sie erzählten mir von ihrer Expedition zum
Aconcagua, mit 6959 m ist er der höchste Berg Südamerikas. Zurück in Deutschland durchstöberte ich die Kataloge verschiedener Expeditionsveranstalter, um mich über diesen Berg genauer zu informieren.
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Der Aconcagua erhört zu Argentinien und liegt nach an der Grenze zu Chile. Er gilt als relativ leicht zu besteigen. Hier werden keine besonderen bergsteigerischen Kletter- fähigkeiten gefordert, sondern Ausdauer und
psychisches Durchhaltevermögen. Im Januar 1994 war es dann soweit. Mit 9 weiteren Kameraden brach ich zum Aconcagua auf.
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Zunächst flogen wir nach Buenos Aires. Für eine Stadtbesichtigung blieb uns nur wenig Zeit. Sehenswert ist das Theatro Colón, das größte Opernhaus der Welt.
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Auf dem Friedhof von Recoleta befindet sich u. a. auch die Familiengruft der Duartes, in der auch Evita Perón beigesetzt ist. Sie starb im Alter von 33 Jahren an Leukämie. Ihr Grab ist zu einer nationalen
Wallfahrtsstätte geworden.
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Von Buenos Aires flogen wir nach Mendoza weiter. Mendoza ist für seine Weine bekannt. Natürlich mußten auch wir den “vino tinto” probieren. Erst dann ging es mit dem Bus weiter nach Puente del Inca an der
argentinisch-chilenischen Grenze.
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Puente del Inca ist ein altes Thermalbad und bereits auf 2752 m Höhe gelegen. Seinen Namen hat der Ort von einer Naturbrücke, die den Rio Mendoza überspannt.
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Zur Akklimatisation machten wir hier für einige Tage Station und unternahmen kleinere Touren in der nähren Umgebung.
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Dabei bestiegen wir den Cerro Banderitia (3560 m) und den Cerro Puquios (3884 m).
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Vom Cerro Puquios hatten wir zum ersten Mal freie Sicht auf unser Ziel, den Aconcagua. Noch liegt er in weiter Ferne.
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Bei einer unserer Touren sahen wir auch über uns einen Anden-Kondor dahingleiten. Mit einer Flügelspannweite von über 3 m ist er der größte flugfähige Vogel. In der Luft ist er leicht an seinen ausgebreiteten
Schwungfedern zu erkennen. Er kann eine Flughöhe von über 7000 m erreichen.
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Dann ging es endlich los. Über 40 km sind es bis ins Basislager. Auf Maultierpfaden ging es durch das Horcones-Tal langsam ansteigend dem Basislager entgegen.
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Wir durchwanderten eine Steppenlandschaft, die von steil auf- ragenden Bergen flankiert wird. Erstes Etappenziel war das Lager “Confluenica” auf 3368 m. Hier zweigt ein Weg zum Lager “Plaza de Francia” ab,
das an der Aconcagua-Südwand liegt.
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Unser Expeditionsgepäck wurde auf Mulis transportiert, die von Maultiertreibern (Arrieros) in Richtung Basislager getrieben werden.
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Am nächsten Tag ging es gemächlich weiter zu unserem Basislager
"Plaza de Mulas", das auf eine Höhe von 4250 m liegt. Erst kurz vor dem Lager ging es steiler bergauf. Nach etwa 20 km Gehstrecke fiel dies schon etwas schwer.
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Mit seinen fast 7000 m gehört der Aconcagua gehört zu den meist bestiegenen “hohen Bergen” unserer Erde. Somit war es nicht verwunderlich, daß das Basislager einer kleinen Zeltstadt glich.
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Der Aconcagua zählt zu den kältesten Berge der Welt und wird oftmals unterschätzt. Aufgrund der relativ einfachen Wegstruktur erfreut er sich einer großer Beliebtheit. In der Saison 2007-2008 versuchten sich
etwa 4600 Alpinisten am höchsten Berg Südamerikas. Nach Aussage von Juan Pablo Marziane, Chef einer örtlichen Bergführergesellschaft, sterben jährlich im Durchschnitt zwei bis drei Menschen am Aconcagua.
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Zum Lager gehörte auch ein Notfallzelt für medizinische Erstversorgung. Der hier tätige argentinische Arzt
hatte reichlich zu tun. Offensichtlich ist, dass viele Gipfelaspiranten ihre Fähigkeiten überschätzen. Fast täglich mußte er Bergsteiger behandeln, die an der Höhenkrankheit litten. Ein Hubschrauberlandeplatz in der Nähe des Lagers erleichtert ein rasches Ausfliegen von Erkrankten.
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Vor unserem ersten Aufstieg Richtung Aconcagua Gipfel ruhten wir uns im Basislager aus bzw. erkundeten die nähere Umgebung. Der zerklüftete Horcones Gletscher bot sich hier geradezu an.
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Unsere Besteigung erfolgte auf der Normalroute über den Nord-West-Grat. Bevor der Gipfel angegangen werden konnte, mussten zwei Hochlager eingerichtet werden. Ein zermürbender und Kräfte raubender Aufstieg durch
Schotterhalden führte in unser Lager 1.
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Das Lager 1 “Nido de Condores” (Kondornest) errichteten wir in einer Höhe von 5300 m. Den weiteren Aufstiegsweg konnten wir von hier aus gut einsehen. Der Gipfel schien zum Greifen nahe. Aber noch über 1600
Höhenmeter trennten uns von ihm.
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1994 waren die Schutzhütten “Plantamura” und “Berlin” verfallen und nicht benutzbar. 1998 sind hier neue Hütten aufgestellt worden, die Platz für 12 Personen bieten sollen.
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Einfacher gestaltete sich der Weg ins Lager 2 auf 6150 m. Dafür war nun der geringe Sauerstoffgehalt in der Atemluft deutlich spürbar. Das Gehtempo wurde langsamer, die Atmung schneller.
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Aber umso höher wir kamen, desto phantastischer wurde die Fernsicht. Immer mehr Berge ragten in der Ferne auf. Tief unter uns der Güssfeldt-Gletscher.
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Auch die Hütte “Independecia” auf ca. 6500 m ist verfallen. Daher stellten wir ein Hochlagerzelt auf, deponierten unser Material und stiegen wieder ins Basislager ab.
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Nach 2 Ruhetagen im Basislager brachen wir mit 7 Mann zum Gipfel auf. Als wir unser 2. Hochlager erreichten, sahen wir, daß ein Sturm unser Zelt zer- rissen hatte. 2 Zelte standen uns noch zur Verfügung, somit mußten
wir in den Zelten etwas zusammenrücken.
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Dann kam der Gipfeltag. In der Nacht hatte ich schlecht ge- schlafen. Ein Sturm fegte über uns Lager. Hinzu kam die innere Anspannung. Werde ich den Gipfel des höchsten Berges von Amerika erreichen?
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