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Bhaktapur

Bhaktapur liegt 16 km östlich von Kathmandu und wurde wahrscheinlich bereits im 9. Jhdt von König Ananat-Malla gegründet. Der Name bedeutet “Stadt der Gläubigen”. Ein Besuch dieser Stadt sollte zu jedem Nepalaufenthalt gehören. In den letzten Jahren wurde der Palastbezirk aufwendig mit internationaler Hilfe restauriert. Heute erstrahlen die Paläste und Tempel in ihrem alten Glanz. Gerne bezahlt man den Eintritt für eine Besichtung der Stadt, die im Kernbereich sogar autofrei ist.

Auf der einen Seite des Durbar Square erstreckt sich der Königspalast. Der östliche Teil des Palastkomplexes, der “Palast der 55 Fenster” wurde 1934 bei einem Erdbeben völlig zerstört. Dieser rote Backsteinbau mit dem kunstvoll gestalteten Holzfachwerk wurde in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut.

Durch ein vergoldetes Kupfertor (Sun Dhoka) gelangt man zu den Innenhöfen des Palastes. Das Tor zählt zu den schönsten und kostbarsten Torbögen der Welt. Über dem Tor erkennt man in der Mitte die vielarmige Göttin Kali, Vishnu mit seinem Reittier Garuda und  zwei Nymphen.

Hinter dem Palast liegt die königliche Bade- anlage. Das Wasser, das über einen 11 km langen unterirdischen Kanal von den Bergen hierher geleitet wird, fließt aus einem Schlangenkopf in das Bad.

 

 

Dem Königspalast gegenüber liegt der Tempelbezirk. Neben der Taleju-Glocke sieht man den achteckigen Cyasilim Mandir. 1934 wurde dieser Tempel durch ein Erdbeben zerstört. Deutsche finanzielle Hilfe ermöglichte seinen Wiederaufbau.

 

Hinter der Taleju-Glocke stehen die Batasala Durga, ein im Shikhara-Stil erbauter Tempel, sowie der Yakshesvara Mandir. Diese zweistöckige Pagode, auch Pashupatinath Tempel genannt, gehört zu den wenigen Gebäuden, die das Erdbeben vor 70 Jahren verschont hat.

Nepals größter Tempel ist die Nyatapola Pagode. Sie ist der Göttin Siddhi Lakshmi geweiht. Mit ihren 5 Dächern hat sie eine Höhe von über 30 Meter. Ein fünfstufiger Backsteinsockel führt zu dem eigentlichen Tempel. Die Treppe wird von fünf Steinpaaren flankiert.

Unten sitzen die beiden Riesen Jaya und Patta, es folgen zwei Elefanten, zwei Löwen, zwei Greifvögel und zwei tantrische Göttinnen. Dabei soll jedes Paar zehnmal stärker sein als das tiefer stehende. Alle werden jedoch an Kraft und Macht von der Göttin Siddhi Lakshmi übertroffen.

Der älteste Platz Bhaktapurs ist der Tacapal Tole. Hier steht der dreistöckige Dattatraya Mandir. Dattatraya ist eine aus Südindien stammende Gottheit, die in sich Aspekte der drei bedeutendsten Götter im Hinduismus (Brahma, Shiva und  Vishnu) vereinigt. Er wurde 1428 errichtet und zählt damit zu den ältesten Tempelbauten im Kathmandu-Tal.

Der Nyatapola Pagode gegenüber steht der 3-stöckige Bhairava-Mandir. Ein Brand zerstörte den Tempel völlig. Erst vor wenigen Jahren wurde er wieder aufgebaut. Dieser klotzige Bau steht im Kontrast zu der schlanken, hoch aufragenden Nyatapola Pagode. Bhairav bietet dem Volk Schutz vor Dämonen. Sein Bildnis wird am Neujahrstag bei einer Prozession durch die Stadt getragen.

Bei einem Spaziergang durch die Gassen können wir Töpfer und Thangka-Maler bei ihrer Arbeit zuschauen.

Bhaktapur ist auch die Stadt der Künstler und Handwerker.

 

 

 

Die Stadt hat viele Gesichter. Nirgendwo sonst auf unserer Erde kann man erleben, dass in der Hauptstadt des Landes auf dem Marktplatz Korn gedroschen wird.

Anschließend wird nach alter Sitte die Spreu vom Weizen getrennt.

Weitere Information zu Bhaktapur sind in meinem Buch “Mein Weg zum Dach der Welt” enthalten. Bestellung über Buchhandel, Verlag oder per E-Mail.