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Bergsteigen in Ostafrika
Kilimanjaro - Mount Kenia
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Kilima-Ndscharo ist Suaheli und bedeutet “Berg der Größe”. Es war der deutsche Missionar Rebmann, der diesen Schneeberg am Äquator zum ersten Mal 1846 erblickte. Zu Hause
schenkte man seinen Berichten keinen Glauben, es könne nur eine Sinnestäuschung gewesen sein.
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Der Kilimanjaro ist mit 5895 m der höchste Berg Afrikas. 1993 brach ich zum ersten Mal nach Ostafrika auf, um diesen Berg zu besteigen. Die Reise führte zunächst nach Kenia. Auftakt
bildete eine Safari im Amboseli Nationalpark. Von hier aus kann man mit etwas Glück das gewaltige Bergmassiv des Kilimanjaro sehen.
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Seinen Tierreichtum verdankt der Amboseli-Nationalpark dem Regenwald am Kilimanjaro. Das Wasser, das am Berg versickert, tritt
im Amboseli wieder an die Oberfläche und bildet hier Seen und Sümpfe. Gerade in der Trockenzeit ziehen diese Oasen die verschiedensten Tiere von weit her an.
In der weiten Savanne treffen wir immer wieder auf die hochwüchsigen schlanken Massai. Wir sind mitten im Massailand.
Eingehüllt in ein rotes Schultertuch (“shuka”), stehen sie stolz und lässig an ihrem Speer gelehnt bei ihren Rinderherden.
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Der Amboseli Nationalpark ist eine Trockensavanne, die geradezu ideal für Tierbeobachtungen ist. Riesige Elefantenherden ziehen an uns vorbei. Kaffernbüffel, Zebras, Gnus, Antilopen,
Hyänen und Giraffen suchen in dieser staubtrockenen Gegend nach Nahrung.
Mein Blick geht immer wieder Richtung Süden. Dort ragt als ebenmäßige Pyramide der Kilimanjaro aus der vor Hitze flimmernden Savanne empor.
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Die Massai erachten sich als das auserwählte Volk Ostafrikas. Sie glauben: am Anfang schuf Gott die Massai. Dann schuf er die Rinder, damit die Massai leben konnten. Darauf begründet
sich ihr Glaube, dass alle Rinder der Erde den Massai gehören.
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Der Lebensraum der Massai ist deutlich geschrumpft. Große Teile des ehemaligen Massai Landes sind inzwischen in einen Nationalpark umgewandelt worden. Ihre Siedlungen müssen
die Massai außerhalb der Parks errichten.
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Für das Nomadenvolk bedeutet dies, dass ihre Weideflächen knapp werden. Nur noch in Dürrezeiten wird den Massai gestattet, ihre Rinder- und Schafherden an den Sümpfen innerhalb des
Nationalparks zu tränken. Da jedoch weite Teile des Landes immer mehr austrocknen und zur Halbwüste werden, sind die Massai fast das ganze Jahr hindurch gezwungen, mit ihren Herden zu den Wasserstellen
innerhalb der Nationalparks zu ziehen.
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Da die Besteigung von Osten über den Normalweg, der "Marangu Route", erfolgen sollte, geht die Fahrt zunächst weiter nach Tansania. Den Kilimanjaro Nationalpark betritt man am Marangu Gate
auf 1840 m. Am Parkeingang erfolgt im Office erst einmal eine Registrierung. Sämtliche Personalien, vorgesehene Aufstiegsroute und Zeitplan werden festgehalten.

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Nach Erledigung dieser Formalitäten kann unser Aufstieg endlich beginnen. Man taucht in einen tropischen Regenwald ein und bestaunt
die mit Farnen behangenen uralten Bäume sowie andere lianenartige Gewächse.
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Nach etwa 3 Stunden erreichen wir unser erstes Etappenziel, die Mandara-Hütten auf 2675 m. Wir übernachten in Zeltdachhütten, die von Norwegern im Rahmen einer
Entwicklungshilfe aufgestellt wurden. Hier findet sich auch ein Hinweisschild, das auf die Gefahren des Höhenbergsteigens aufmerksam macht. Leider sterben an diesem Berg immer wieder Gipfelaspiranten, da
sie sich keine Zeit für die Akklimatisation an die extreme Höhe nehmen und viel zu schnell aufsteigen oder ersten Anzeichen einer Höhenkrankheit missachten.
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Nachdem man den tropischen Regenwald verlassen hat, lichtet sich das Gelände. Vor uns öffnet sich die breite alpine Savanne. Leicht
ansteigend durchwandern wir nun eine Heidelandschaft. Erikagewächse gedeihen hier meterhoch. Wir sehen die ersten Riesenlobelien und -senecien. Besonders beeindrucken mich die
Riesensenecien (Riesenkreuzkraut), die eine Höhe von einigen Metern erreichen können.
Dann erreichen wir die Horombo Hütten auf 3725 m. Von hier aus sieht man noch in weiter Ferne die Eiskappe des Kilimanjaro.
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Vor der letzten Etappe übernachten wir noch einmal auf der Kibo Hütte (4750 m). Bereits kurz nach Mitternacht beginnt der Aufstieg. In vielen Serpentinen geht es über hart gefrorene
Lavaasche hinauf. Am Gillman's Point (5685 m) erreiche ich den Kraterrand. Ungünstiges Wetter macht hier einen weiteren Aufstieg zum eigentlichen Gipfel unmöglich.
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Ein Jahr später kehrte ich nach Ostafrika zurück.
Auftakt bildete diesmal ein Trekking im Mount Kenia Nationalpark mit Besteigung des Point Lenana.
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Auch an diesem Berg findet sich eine eindrucksvolle Flora. Zunächst wandern wir durch einen tropischen Urwald bis sich vor uns die Heidelandschaft öffnet. Besonders schön ist die
Telekii Lobelie mit ihrem Federkleid.
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Wir nähern uns diesem Gebirgsmassiv von Norden und umrunden es auf einer einwöchigen Wanderung.

Von hier aus geht es ohne größere Mühen über den Lewis-Gletscher zum Gipfel. Nach den beiden Hauptgipfeln Batian (5199 m) und Nelion
(5188 m) ist der Lenana der dritthöchste Gipfel im Massiv des Mount Kenia. Bei wolkenlosem Himmel genießen wir die prachtvolle Aussicht, die im Westen bis zur Bergkette des Aberdare-Gebirges und im
Süden bis zum Kilimanjaro reicht.
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Am Fuße des Berges zu Hause ist der Klippschliefer. Er soll mit dem größten aller Landsäuger, dem Elefanten verwandt sein.
Am Mount Kenia wollen wir den Point Lenana (4985 m) besteigen. Hierzu steigen wir über einen lang gezogenen Moränenrücken steil
hinauf. Bei Sonnenaufgang erreichen wir die “Austrian-Hut”. Diese Hütte wurde hier 1970 vom Österreichischen Alpenverein errichtet,
nachdem eine Innsbrucker Rettungsmannschaft einen abgestürzten Landsmann in einer dramatischen Bergungsaktion rettete.
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Diesmal übernachten wir in Zelten. Unsere Begleitmannschaft nächtigt in Höhlen, die vor langer Zeit durch die fließende Lava entstanden sind.
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Bestens akklimatisiert geht es dann erneut zum Kilimanjaro. Von Norden kommend soll diesmal der Aufstieg über die "Rongai Route" erfolgen. Auf einsamen Wegen steigen wir
über die Rongai-Route dem Kibo entgegen. Vier Etappen sind es bis zum Gipfel. Doch auf dieser Route sind die Tagesetappen deutlich kürzer als auf der Marangu-Route.
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Da wir inzwischen hervorragend akklimatisiert sind, gleicht der Aufstieg fast einem Spaziergang. Bei traumhaftem Wetter erreichen wir den Kraterrand.
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Unser Weg führt weiter vorbei am Rebmann- und Decken-Gletscher. Den gewaltigen Gletscherwänden unmittelbar gegenüberstehend, ist man beeindruckt von den Eismassen, die sich hier in
der Nähe des Äquators ausbreiten. Dann erreichen wir den Uhuru Peak. Mit 5895 m ist dies der höchste Punkt Afrikas.
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Es ist schon seltsam: während wir uns hier in der Region des “ewigen Eises” befinden, verbrennt nur wenige Kilometer entfernt die sengende
Sonne das Land. Mensch und Tier leiden in der staubtrockenen Savanne unter der Hitze. Doch wie lange wird hier oben in der Nähe des Äquators das “ewige Eis” noch zu bestaunen sein? Die
allgemeine Erwärmung der Erdatmosphäre hat in den letzten Jahren gewaltig an den Gletschern genagt.
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Der Kilimanjaro wurde 1889 von dem deutschen Geographen Hans Meyer erstbestiegen. Er nannte den höchsten Gipfel “Kaiser Wilhelm Spitze”. Mit damals gemessenen 6010 m
galt er lange als höchster Berg Deutschlands (der Kilimanjaro lag auf dem Gebiet des damaligen Deutsch-Ostafrika). Erst 1964 wurde er von dem 1. Präsidenten Tansanias Nyerere in “Uhuru
Peak” (Freiheitsgipfel) umbenannt. Seitdem befindet sich in einer Holzkiste auf dem Gipfel eine Kopie der Unabhängigkeitserklärung von Tansania.
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