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Da der Flugplan von Ethiopian Airlines äußerst störanfällig ist (Überbuchung, Flüge fallen kurzfristig aus bzw. werden auf den Folgetag verschoben), gelangte ich nicht mit unserer Reisegruppe nach Axum, sondern folg
direkt nach Lalibela. Hier traf ich wieder auf unsere Gruppe.
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Lalibela ist ein kleiner Ort mit typischen strohgedeckten Rundhütten. Die Wände bestehen aus Lehm und haben oft keine oder nur kleine Fenster. Vor der Hütte wird auf einer offenen Feuerstelle aus Teff das Fladenbrot
injera gebacken. Teff ist eine hirseähnliche Getreidesorte.
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Nach dem Niedergang von Axum folgte die Zagwe-Dynastie. Bekanntester König der Dynastie war Lalibela (1167-1207), dem die Errichtung der Felsenkirchen zugeschrieben wird und nach dem der Ort benannt wurde. Der
gesamte Komplex wird auch als das „äthiopische Jerusalem“ bezeichnet.
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Felsenkirchen sind monolithische Bauwerke, die in das rote Tuffgestein gehauen wurden. Manche sind noch mit dem Mutterfelsen verbunden, andere sind komplett freistehend. Die größte Felsenkirche ist die
Beta Medhane Alem. Die Kirche „Erlöser der Welt“ hat eine Grundfläche von 33,5m x 23,5 m und ist 11,5 m hoch. Auch sämtliche Dekorationen sind aus dem Stein herausgearbeitet.
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Freistehende Felsenkirchen stehen in einer Grube, so dass man vom Grubenrand auf sie hinabschaut. In einer gewaltigen Grube befindet sich die Felsenkirche Beta Gyorgis. Sie hat die Form eines griechischen
Kreuzes.
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In der Sinai-Kirche zeigte uns ein Priester vor der Grabstätte Lalibelas das Handkreuz der Kirche und den Gebetsstab des Königs. Jede Kirche hat ein eigenes typisches Kreuz. Und jeder Priester möchte
dieses - in Erwartung einer Spende - uns zeigen.
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Von dem Flüsschen Yordanos getrennt liegt ein 2. Komplex von Felsenkirchen. Hierzu gehört u. a. die Kirche Beta Gabriel-Raphael. Hier konnte ich eine Predigt verfolgen, die in Ge’ez gehalten wurde. Eine
Sprache, deren Ursprung im 1. Jh. n. Chr. liegt und als Kirchensprache weiter existiert.
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An Heiligabend erreichten wir Gondar. Die Stadt wurde unter Kaiser Fasilidas (1632-1667) gegründet. Im Zentrum liegt der Palastbezirk „Gemp“.
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Das älteste Gebäude des Gemp ist der Palast des Kaisers Fasilidas. Zu dieser Zeit hatte das Land seine größte Ausdehnung. Es war die Blütezeit der Kunst und Literatur.
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Unter Kaiser Iyasu I. (1682-1706) wurde die Kirche Debre Berhan Selassie erbaut. Im dem für Besucher zugänglichen Vorraum befinden sich herrliche Wand- malereien, die Szenen aus dem alten und neuen
Testament zeigen.
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Beeindruckend auch die Deckenmalerei. Die gesamte Holzdecke ist mit geflügelten Engelsköpfen ausgemalt.
Nach soviel Geschichte begann am 1. Weihnachtsfeiertag endlich unser Trekking im Simien-Gebirge.
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Auf unserer Wanderung durch das Hochland bekamen wir auch einen Eindruck von den Lebensbedingungen, der hier lebenden Menschen.
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In den letzten Jahrzehnten haben wiederholt Hungersnöte die Bevölkerung heimgesucht. Die früher existierenden Wälder sind weitgehend verschwunden. Holz dient nach wie vor als primärer Brennstoff.
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Die spärliche Vegetation führt zur Bodenerosion. Auch in der kurzen Regenzeit kann das Wasser kaum genutzt werden. Missernten sind die Folge.
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Die Erträge aus der Landwirtschaft reichen kaum, um die Familie zu ernähren. Alternative Einkommensmöglichkeiten gibt es nicht. Der Tourismus spielt bislang keine Rolle.
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Das Simien Massiv entstand durch vulkanische Aktivitäten vor 40 Millionen Jahren. Durch die Erosion der erkalteten Basaltlava entstanden ein faszinierendes Landschaftsbild mit tiefen Abgründen und Schluchten sowie
hohe, zerklüftete Bergspitzen.
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Erster Höhepunkt des Trekkings war der Aussichtpunkt Emiet Go-Go, 3930 m.
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Ein Blick über die Landschaft macht deutlich, warum das Simien Gebirge auch als das "Dach Afrikas" bezeichnet wird: Viele Gipfel des Simien-Gebirge erreichen 4000 m.
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Es war kein einfaches Trekking. Die tief eingeschnittenen Täler machten ein ständiges Auf- und Absteigen erforderlich. Oft mussten am Tag mehr als 1000 Höhenmeter bewältigt werden. Bei starker Sonneneinstrahlung eine
schweißtreibende Angelegenheit.
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Überall im Hochland trafen wir auf Gelada Paviane, die nur in Äthiopien zu finden sind. Es sind in Herden lebende Bodenbewohner, die sich vom Gras, Früchten und Wurzeln ernähren. Charakteristisch ist eine rosarote,
nackte Hautstelle an Brust und Kehle, die ihnen auch den Namen Blutbrustpavian einbrachte.
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Mühsam ging es zum Bwahit Pass (4200 m) hinauf. Von hier aus hat man einen ersten Blick auf unser Ziel dem Ras Dashan.
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Von der Passhöhe ging es zunächst 1400 Höhenmeter steil hinab zum Mesheha Fluss, um dann auf der anderen Talseite zu unserem nächsten Zeltlager wieder aufzusteigen zu können.
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Auf unserem Trekking begleitete uns eine etwa 20-köpfige Mannschaft (Führer, Koch, Mulitreiber). Trotz größter Vorsicht beim Essen zog ich mir eine akute Gastroenteritis zu, die mir leider eine Besteigung des Ras
Dashan unmöglich machte.
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Unser Trekking ging zu Ende. Über Gondar reisten wir zum Tana-See weiter. Der See hat seinen Abfluss als Blauer Nil.
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Die Ufervegetation besteht aus Papyrus-Dickichten. Noch heute fertigen die Einheimischen hieraus Boote an, mit denen sie den See befahren.
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Im See liegen mehrere Inseln. Die größte ist die Insel Dek. Auf dieser befindet sich die Selassie-Kirche. Sie wurde 1746 als Rundkirche erbaut. Das Dach ruht auf 24 steinernen Pfeilern. In der Kirche sind herrliche
Malereien zu bewundern.
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Abschluss unserer Reise bildet eine Fahrt zu den Nil Fällen bei Tis Abay. Die Fälle werden auch Tissisat genannt, “dampfendes Wasser”. Doch seitdem oberhalb Wasser für ein Kraftwerk abgezweigt wird, stürzt
nur noch wenig Wasser die Fälle hinab. Vor einigen Jahren hatten die Nilfälle noch eine Breite von 400 m und die Gischt konnte man noch in weiter Entfernung spüren.
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Nach 14 Tagen traten wir die Heimreise an, wobei Ethiopian Airlines wieder für entsprechende Spannung beim Abflug sorgte. Ein Erholungsurlaub war diese Reise mit Sicherheit nicht. Die Vielfalt, die dieses
Land zu bieten hat, machte den Aufenthalt jedoch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
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